Die Gattung der Vulpes Füchse ist charakterisiert durch ihren schlanken Körper mit kurzen Beinen, ihre spitze Schnauze und großen Ohren sowie einen buschigen Schwanz.

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Vulpes Arten

Erfahre mehr über das Aussehen, die Eigenschaften und das Verhalten der Vulpes Füchse.

Rotfuchs

(Vulpes Vulpes)

 

Der Rotfuchs ist der einzige mitteleuropäische Vertreter der echten Füchse und somit wohl auch der Bekannteste hierzulande. Er hat von allen Raubtieren das größte geografische Verteilungsgebiet, welches von nördlich des Polarkreises bis hin in fast tropische Gebiete reicht. Vor allem durch seine runden Fußballen sind seine Spuren im Schnee gut von denen eines Hundes zu unterscheiden. Außerdem ist er ein guter Kletterer, der sich immer weiter in besiedelte Regionen vorwagt und auch in großen Städten wie Berlin sein Revier bezieht. Sein ausgeprägtes Sozialleben zeigt sich speziell bei der Welpenaufzucht, bei denen die Alttiere helfen. Rotfüchse können in Symbiose mit anderen Tierarten wie zum Beispiel dem Dachs leben. Manchmal teilen diese einen gemeinsamen Bau und ziehen nebeneinander lebend ihre Jungen erfolgreich auf. 

 

Polarfuchs

(Vulpes Lagopus)

Der Polarfuchs wird aufgrund seiner mit dichten Fell bedeckten Pfoten auch ‘Hasenfüßiger Fuchs’ genannt. Er ist der einzige Wildhund, der seine Fellfarbe einmal im Jahr komplett wechselt und dessen Winterfell für eine optimale Tarnung in der Tundra entweder schneeweiß oder silbrig-blau wird. Die verhältnismäßig kurze Schnauze, die kleinen Ohren und kurzen Beine sind auf die Allensche Regel zurückzuführen, die besagt, dass bei verwandten Säugetierarten die exponierten Körperteile in kalten Gebieten wesentlich kürzer ausgebildet sind. Durch sein wärmendes Fell mit dichter Unterwolle, welches die beste Isolationseigenschaft aller Säugetiere hat, kann der Polarfuchs Temperaturen bis zu -80 Grad Celsius überleben. Da kann der Polarfuchs für die Nahrungssuche sogar bis zu 2000 km über dickes Packeis zurücklegen. Durch seinen guten Geruchssinn kann Vulpes Lagopus die Beute sogar durch dickes Eis aufspüren. 

 
 

Bengalfuchs

(Vulpes Bengalensis)

 

Auch ‘Indian Fox’ genannt, zieht der Bengalfuchs auf der Jagd nach Nagetieren oder Bodenbrütern in der Dämmerung bis in die Nacht durch die offenen Landschaften des Gras- und Dornbuschlandes des indischen Subkontinents. Er hat zwei Arten von Bauten, einen kleineren für kurze Aufenthalte und einen größeren mit einem komplexen Tunnelsystem und mehren Eingängen für die Welpenaufzucht. Die Bestände des Bengalfuches sind in den letzten Jahren auf Grund der Freizeitjagd und dem Einsatz seines Fleisches in der Medizin stark zurückgegangen. Auch gelten die Klauen, das Fell und die Zähne unter einheimischen Nomadengruppen als Glücksbringer. Zwar wird der Bengalfuchs als nicht gefährdet eingestuft, es sind aber dennoch Schutzgebiete und Reservate für den Artenschutz von Nöten.

 

Kapfuchs

(Vulpes Chama)

Der einzige echte Fuchs im südlichen Afrika, auch ‘Chamafuchs’ genannt, ist gleichzeitig die kleinste dort ansässige Fuchsart. Bei der Jagd nach Mäusen, Echsen und gelegentlich Hasen kann der Kapfuchs ein hohes Tempo erreichen, wobei der Schwanz als ein Gegengewicht fungiert und dadurch schnelle Wendungen ermöglicht. Der Kapfuchs muss ebenfalls vielen Fressfeinden entkommen, wie z.B. dem Leoparden, der Braunen Hyäne, dem Wüstenluchs und sogar dem Honigdachs. Um seinen Bau muss er oftmals mit Erdmännchen konkurrieren, die ihn in großer Anzahl sogar vertreiben können. Nachdem sich beide Elternteile und oft ein weiteres Weibchen an der Aufzucht der bis zu sechs Welpen beteiligt haben, können diese sich schon früh, bereits nach fünf Monaten, selbstversorgen.

 

Kitfuchs

(Vulpes Macrotis)

Beheimatet im westlichen Nordamerika unterscheidet sich der Kitfuchs kaum vom dort lebenden Swiftfuchs. Lange Zeit galten die beiden als eine Art. Der Kitfuchs hat jedoch die etwas größeren Ohren, welche nahe beieinander stehen. Ein weiterer Unterschied ist ein dunkler Streifen am Rücken.

Er benutzt mehrere Erdbauten im lockeren Boden, nistet sich aber auch in Obstgärten oder urbanisierten Gebieten ein. Dabei kommt er auf Höhen bis zu 1900m, wobei er im Allgemeinen jedoch Steigungen mit mehr als fünf Prozent vermeidet. Der Kitfuchs ist abend- und nachtaktiv und hat eine saisonale Ernährung. Die Paarung wird nicht in jedem Jahr mit dem gleichen Partner vollzogen. Allerdings lebt er während der Fortpflanzungszeit monogam. Die natürlichen Fressfeinde des Kitfuchses sind zahlreich und neben Kojoten, Rotluchsen und Silberdachsen muss er sich sogar verwilderten Hauskatzen stellen.

 

Swiftfuchs

(Vulpes Velox)

Mit einer Größe von 44 bis 52 Zentimetern bei den Männchen ist der Swiftfuchs in etwa genauso groß wie der Kitfuchs. Ihr Lebensraum wird auf natürliche Weise durch die Rocky Mountains getrennt. Der genetische Abstand zwischen den beiden Fuchsarten ist allerdings genauso groß wie zum Polarfuchs. Die Lebensweise und das Fortpflanzungsverhalten des Swiftfuches ähnelt dem des Kitfuchses stark. Er ist ebenso abend- und nachtaktiv und nur zur der Fortpflanzungszeit monogam. Außerdem kann bei der Jagd nach kleinen Säugetieren und Reptilien eine Geschwindigkeit von bis zu 50 km/h erreicht werden. Aufgrund der starken Bejagung und des Populationsrückgangs des Präriehundes, der als eine der Hauptnahrungsquellen gilt, wird der Swiftfuchs als gefährdet eingestuft und ist in Kanada und teilen der USA geschützt.

 

Afghanfuchs

(Vulpes Cana)

Der Afghanfuchs ist mit 40 bis 50 Zentimetern und einem Gewicht von 0,8 bis 1,5 Kilogramm einer der kleinsten Füchse der Vulpes Gattung. Er lebt sowohl in den Wüsten- und Steppengebieten als auch in den Gebirgsregionen (bis in 2000m Höhe) Zentralasiens und in Teilen der Arabischen Halbinsel. Um Raubvögeln auszuweichen, jagt  der Afghanfuchs hauptsächlich bei Nacht. Während der Nahrungssuche kann der Vulpes Cana 7 bis 11 Kilometer zurückgelegen. Am Tag wird dann in natürlichen Höhlen, Spalten und Felshaufen geruht. Zu der Nahrungsaufnahme zählen deutlich mehr Pflanzen als bei anderen Füchsen. Mit seinen katzenartig gekrümmten Krallen ist der Afghanfuchs ein idealer Kletterer. Zudem kann er bis zu drei Meter hohe Sprünge auf Felsen vollziehen. 

 

Fennek

(Vulpes Zerda)

Der Fennek ist mit einer Kopf-Rumpf-Länge von gerade einmal 33 bis 39 cm und einem Gewicht zwischen 1,0 und 1,5 kg der kleinste aller Wildhunde. Charakteristisch sind seine großen Ohren im Vergleich zum Rest des Körpers, die ca. 20 Prozent seiner Körperoberfläche ausmachen. Die Ohren sind optimal an die Hitze der Sandwüsten Nordafrikas angepasst. Der Fennek bezieht seine Wassergewinnung gänzlich aus der Nahrung und benötigt keine Wasserstellen. Im Schutz der Nacht vor Tageshitze und Fressfeinden findet die Suche nach Nahrung statt. Durch Bewegungen im Sand kann die Beute erhört, ausgegraben und erlegt werden. Des Öfteren wird die Nahrung für einen späteren Zeitpunkt gehortet, indem diese vergraben wird. Fenneks errichten ihren Bau eigenständig und sind dabei auf einen weichen Untergrund angewiesen. Je fester dieser ist, desto komplexer wird das Tunnelsystem mit bis zu 15 Eingängen. Mit einem schwachen Gebell, ähnlich dem der kleinen Haushunde, wird dann bei Gefahr vor Fressfeinden gewarnt. Mit einem lauten Kläffen drohen die Fenneks den Angreifern. 

 

Tibetfuchs

(Vulpes Ferrilata)

Der Tibetfuchs ist in Steppen- und Halbwüsten-gebieten im Hochland von Tibet in Höhen von 2500 bis 5200 Metern verbreitet. Die Füchse leben, jagen und hausen allein oder mit mehreren Artverwandten. Häufig leben mehrere Paare direkt miteinander und teilen sich die gleichen Jagdgebiete. Da die Füchse kein eigenes Revier bilden, kommt es äußerst selten zu Rivalitäten zwischen den Füchsen der gleichen Art. 

Im Gegensatz zu vielen anderen Fuchsarten sind die Tibetfüchse tagaktiv, da ihre Beutetiere ebenfalls am Tag auf der Nahrungssuche sind. 

Die Paarungszeit der monogamen Füchse ist im späten Februar bis März. Häufig werfen die weiblichen Füchse zwei bis fünf Welpen nach einer Tragezeit von bis ca. 50 bis 60 Tagen. 

 

Steppenfuchs

(Vulpes Corsac)

Der Lebensraum von dem Steppenfuchs erstreckt sich hauptsächlich auf Steppen, Halbwüsten und Wüsten. Seine Verbreitungsgebiete überschneiden sich mit anderen Fuchsarten wie z.B. dem Rotfuchs. Der Steppenfuchs ernährt sich hauptsächlich von Insekten und kleinen Säugetieren. 

Der Steppenfuchs ist an Kälte, Trockenheit und weitere extreme klimatische Bedingungen angepasst. Er kann längere Zeit ohne Wasser und Nahrung auskommen. Ähnlich wie bei anderen Fuchsarten basiert die Sozialstruktur vor allem auf der Familiengruppe. Der Steppenfuchs verwendet häufig verlassene Bauten von Murmeltieren oder anderen Nagetieren. 

Um seine Bewegungsfreiheit zu bewahren, meidet der Steppenfuchs überwiegend Tiefschnee, da dieser aufgrund seines hohen Gewichtsdruckes im Schnee einsinkt. 

Die Reviergebiete sind stark von dem Nahrungsangebot und vor allem im Winter von den vielen Nahrungskonkurrenten wie dem Wolf, Luchs oder Dachs abhängig. In den kalten Monaten begeben sich die Steppenfüchse bis zu 600 km in den Süden auf Nahrungssuche.